Unter der Rubrik  "Aktuelles" finden Sie unsere aktuellen Termine, Treffpunkte und weitere Informationen

 

 

Willkommen beim NABU Rottenburg

Für Mensch und Natur

 

Die Umgebung von Rottenburg weist eine große Vielfalt an Lebensräumen für Tier- und Pflanzenarten auf, die zur hohen Lebensqualität Rottenburgs beitragen.

Diese zu erhalten oder zu verbessern haben wir uns zum Ziel gesetzt. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir vieles erreicht, viele Projekte konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Die vielfältige Inanspruchnahme unserer Umwelt stellt uns jedoch immer wieder vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Daneben erfordern wertvolle Lebensräume, die Bestandteil der extensiv genutzten Kulturlandschaft sind, eine regelmäßige Pflege.

 

Zur Bewältigung all dieser Aufgaben benötigen wir aktive Helfer und Förderer, die mit uns die Liebe zur Natur teilen und sich nicht damit zufriedengeben, schöne Natur nur noch im Fernsehen anzusehen.

Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020

Der gefiederte Liebesbote steht auf der globalen Rote Liste

Foto: NABU/ Ralf Thierfelder
Foto: NABU/ Ralf Thierfelder

Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt. Damit wollen die Verbände darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefährdet ist. Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren, ganze Landstriche sind turteltaubenfrei. Unsere kleinste Taube findet kaum noch geeignete Lebensräume. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.

 

 

 

Früher war das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer zu hören. Wildkräutersamen an Feldwegen und Feldfrüchte aus Zwischensaaten boten ausreichend Nahrung. Heute brüten Turteltauben häufig auf ehemaligen Truppenübungsplätzen oder in Weinbauregionen, wo sie noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

 

 

 

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekürte Vogel, der als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Heute brüten bei uns nur  noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern.

 

 

 

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernähren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die Hälfte der Nahrung aus statt wie früher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur für kurze Zeit bis zur Ernte zur Verfügung und fehlen während der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

 

 

 

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltauben enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von Anbauflächen geht mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher. Damit verschwinden Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen Ackerwildkräutern ernährt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung für die Tauben. Der NABU kämpft seit Jahren für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhält statt sie zu schädigen.

 

Foto: NABU/ Michael Wimbauer
Foto: NABU/ Michael Wimbauer

Typischer Agrarvogel im Sinkflug

Die Feldlerche ist „Vogel des Jahres 2019“

Es kommt selten vor, dass wir einen Vogel zum zweiten Mal als Vogel des Jahres ausrufen. Die Feldlerche war es schon einmal, und zwar 1998. Schon damals warnten wir davor, dass der begabte Himmelsvogel in vielen Gebieten Deutschlands selten oder gar aussterben wird. Seitdem ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden.

Mit ihrem Gesang von der Morgendämmerung bis zum Abend läutet die Feldlerche alljährlich den Frühling ein. Doch der Himmel über unseren Feldern ist stummer geworden: Die Intensivierung der Landwirtschaft nimmt Feldvögeln den Lebensraum. Die Feldlerche soll als Jahresvogel stellvertretend für sie und anklagend für die katastrophale Landwirtschaftspolitik in Berlin und Brüssel stehen.

Feldlerche - Vogel des Jahres 2019. Foto: NABU/Manfred Delpho
Feldlerche - Vogel des Jahres 2019. Foto: NABU/Manfred Delpho